Hausverwaltung Usedom - Blogbeitrag

Nebenkosten in der Jahresabrechnungen der WEG wurden falsch abgerechnet
[15.11.2016]

In einem Fall hat die Vorverwaltung in den Jahresabrechnungen Fehler eingebaut. Ein Teil der Kosten wurde dauerhaft zu hoch angesetzt, teilweise gab es Übertragungsfehler. In der Summe waren die Abrechnungen zu hoch. Alle Abrechnungen wurden in der jeweiligen Eigentümerversammlung genehmigt und beschlossen.

Aufgefallen ist der Fehler, weil auf dem Hausgeldkonto der Wohneigentümergemeinschaft (WEG) nach Überweisung der Instandhaltungsrücklage auf das Instandhaltungsrücklagenkonto noch sehr viel Geld übrig war.

Nun wollten die Eigentümer das überzahlte Geld "unkompliziert" zurück haben.

"Unkompliziert" und WEG schließen sich im Allgemeinen aus, denn Beschlüsse sind, auch wenn diese fehlerhaft (aber nicht nichtig) sind, selbstverständlich bindend. Eine fehlerhafte Jahresabrechnung ist grundsätzlich nicht nichtig und wird einen Monat nach Beschluss bestandskräftig.


Die Lösungsmöglichkeiten
1. Geld verbleibt als Liquiditätsreserve auf dem Konto der WEG
Sollte der Fehler in der Abrechnung auf einem Betrag beruhen, welcher nach Miteigentumsanteil (MEA) verteilt wurde, dann trifft es alle gleich hart. In diesem Fall könnte das Geld auf dem Konto der WEG als Liquiditätsreserve verbleiben.

2. Die Jahresabrechnungen werden geändert
Jeder Beschluss und damit auch ein Genehmigungsbeschluss über eine Jahresabrechnung kann mit einem Zweitbeschluss geändert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass gleichzeitig der Erstbeschluss explizit aufgehoben wird. Weiterhin sollte man bei einem Zweitbeschluss die schutzwürdigen Belange eines Wohnungseigentümers aus Erstbeschluss im Auge behalten. Bei fehlerhaften Abrechnungen gibt es jedoch keinen Vertrauensschutz der Begünstigten.

Das Problem lag hier weniger am Schutzbedürfnis einiger Eigentümer. Jemand hätte die Einzel- und Gesamtabrechnungen für mehrere Jahre neu erstellen müssen. Für den neuen Verwalter wäre dies sehr schwer und zeitaufwendig, was für die WEG unnötig hohe Kosten verursacht hätte und der Altverwalter war nicht mehr zu greifen.


Daher hat sich die WEG nach Abschätzung der Kosten für geänderte Abrechnungen dazu entschlossen, das Geld als Liquiditätsreserve auf dem Konto der WEG zu belassen.